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DIN 18533: Bauwerksabdichtung erdberührter Bauteile richtig umsetzen

Veröffentlicht am 20.05.2020

Im Juli 2017 wurde die DIN 18195 durch die Normenreihe DIN 18531 bis 18535 abgelöst. Die Norm DIN 18533 „Abdichtung von erdberührten Bauteilen“ definiert für ihren Anwendungsbereich zum einen unterschiedliche Arten von Wassereinwirkungen, zum anderen verschiedene Riss- und Raumnutzungsklassen. Diese stellen eine essenzielle Grundlage für die langfristig sichere Bauwerksabdichtung dar. In diesem Beitrag zeigen wir die verschiedenen Inhalte und Klassifizierungen, die im Rahmen der DIN 18533 Abdichtung von erdberührten Bauteilen eine zentrale Rolle einnehmen, da sie diese bereits in der Planungsphase stark beeinflussen. Zudem erhalten Sie hilfreiche Hinweise, was ein feuchter Keller für die Bausubstanz bedeutet und welche Abdichtungsmaßnahmen sinnvoll sind, und welche Fehlerquellen gerade bei der Sockelabdichtung nach DIN 18533 zu berücksichtigen sind.

1. Anwendungsbereich der DIN 18533: Bauwerksabdichtung von erdberührten Bauteilen
  1.1 Inhalt und Aufbau der DIN 18533 „Abdichtung von erdberührten Bauteilen“
  1.2 Anwendungsbeispiele für die Norm DIN 18533 Abdichtung von erdberührten Bauteilen
  1.3 Erdberührte Bauteile, die aus der Norm DIN 18533 ausgenommen sind
2. Hinweise zur Ausführung nach DIN 18533 Abdichtung von erdberührten Bauteilen
  2.1 Wassereinwirkungsklassen nach DIN 18533
    2.1.1 W1-E – Bodenfeuchte und nichtdrückendes Wasser
    2.1.2 W2-E – Drückendes Wasser
    2.1.3 W3-E – Nicht drückendes Wasser bei erdberührten Decken
    2.1.4 W4-E – Spritzwasser im Wandsockelbereich / Kapillarwasser bei erdberührten Wänden
  2.2 Rissklassen nach DIN 18533
    2.2.1 Risseinwirkungsklassen
    2.2.2 Rissüberbrückungsklassen
  2.3 Raumnutzungsklassen nach DIN 18533
    2.3.1 RN1-E – geringe Anforderungen
    2.3.2 RN2-E – übliche Anforderungen
    2.3.3 RN3-E (hoch) – Hohe Anforderungen
  2.4 Weitere Faktoren einbeziehen
  2.5 Schritt für Schritt: Abdichtung erdberührter Teile nach DIN 18533
    2.5.1 DIN 18533-2: Anforderungen an bahnenförmige Abdichtungsstoffe
    2.5.2 DIN 18533-3: Anforderungen an flüssig zu verarbeitende Abdichtungsstoffe
3. Feuchter Keller: Die richtige Abdichtung
  3.1 DIN 18533 als anerkannte Regel der Technik zur Kellerabdichtung
  3.2 Problemfall feuchter Keller: Die drei häufigsten Ursachen
    3.2 1 1. Kondensation führt zu feuchter Kellerwand
    3.2.2 2. Feuchter Keller wegen Wasserrohrbruch
    3.2.3 3. Feuchtigkeit macht das Mauerwerk marode
  3.3 Feuchtigkeit im Keller durch nachträgliche Bauwerksabdichtung beseitigen
4. Sockelabdichtung nach DIN 18533
  4.1 Allgemeine Maßnahmen zur richtigen Sockelabdichtung
  4.2 Insbesondere bei Übergängen sind Fehler bei der Sockelabdichtung problematisch
5. Die Planungsphase ist entscheidend 

1. Anwendungsbereich der DIN 18533: Bauwerksabdichtung von erdberührten Bauteilen

Isolierung und Abdichtung gegen eindringendes Wasser am Gebäudeeck
Um zu verhindern, dass ein feuchter Keller entsteht, ist gerade bei der Sockelabdichtung größte Sorgfalt geboten. Die Grundlage für langfristigen Schutz vor eindringendem Wasser bietet die DIN 18533 „Abdichtung von erdberührten Bauteilen“. (Bild: © bildlove / stock.adobe.com)

Die Vorgaben zur Umsetzung sind in der DIN 18533 festgelegt. Diese ist Teil der Normenreihe DIN 18531 bis 18535, die in ihrer Neuauflage seit Juli 2017 in Kraft ist. Zwischenzeitlich wurde sie im September 2018 geringfügig angepasst.

1.1 Inhalt und Aufbau der DIN 18533 „Abdichtung von erdberührten Bauteilen“

Die Inhalte der Norm DIN 18533 „Abdichtung von erdberührten Bauteilen“ folgen der inhaltlichen Normenstruktur und sind demnach untergliedert in

  • Teil 1 – Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze
  • Teil 2 – Abdichtung mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen
  • Teil 3 – Abdichtung mit flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen.

Laut Definition gelten diese Regelungen der Bauwerksabdichtung erdberührter Bauteile in der Norm DIN 18533 lediglich für die Errichtung von Neubauten. Grundsätzlich lassen sich die Vorgaben auch auf Maßnahmen zur nachträglichen Bauwerksabdichtung übertragen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass

  • die Unterscheidung weiterer sogenannter Lastfälle hinzukommen kann
  • ergänzende Regelwerke und Richtlinien gegebenenfalls einzubeziehen sind.
Gerade bei der nachträglichen Bauwerksabdichtung gibt neben der DIN 18533 auch das WTA-Merkblatt 4–6 „Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile“ hilfreiche Hinweise.

1.2 Anwendungsbeispiele für die Norm DIN 18533 Abdichtung von erdberührten Bauteilen

Grob zusammengefasst bezieht sich die Norm DIN 18533 auf die Bauwerksabdichtung bei nicht wasserdichten erdberührten Bauteilen. Insofern ist sie anzuwenden auf:
  • erdberührte Bodenplatten
  • erdberührte Außenwandflächen
  • erdüberschüttete Deckenflächen
  • Übergangsbereiche in und unter Wänden
  • Wandsockel
  • außenliegende Fugen.

1.3 Erdberührte Bauteile, die aus der Norm DIN 18533 ausgenommen sind

Jedoch gibt es auch erdberührte Bauteile, deren Abdichtung nicht auf der DIN 18533 aufsetzen, da andere Normen Vorrang haben. Zu diesen Sonderbauten zählen beispielsweise
  • Deponien
  • Bauteile aus WU-Beton
  • Bergmännisch erstellte Tunnel
  • Erdbauwerke wie Dämme, Gräben und künstliche Böschungen

oder Bauwerke, deren Nutzungszweck mit dem Umgang mit wassergefährdenden Stoffen zusammenhängt.

2. Hinweise zur Ausführung nach DIN 18533 Abdichtung von erdberührten Bauteilen

Ob Neubau oder Bestand: Selbstverständlich ist eine sorgfältige Planung und Ausführung das A und O für eine optimale Erhaltung der Bausubstanz, die lange währt. Im Vergleich zur abgelösten Norm DIN 18195 sieht die Norm DIN 18533 auch Kriterien vor, die zur Bewertung der Zuverlässigkeit der verschiedenen Abdichtungsmaßnahmen dienen sollen. Im Zuge der Planungsphase gilt es daher, alle relevanten Kriterien zu berücksichtigen und etwa die Wassereinwirkungsklassen, Rissklassen, Raumnutzungsklassen und einige weitere Faktoren bereits im Vorfeld festzustellen und abzuwägen. Dies wird spätestens dann notwendig, wenn etwa ein feuchter Keller oder eine beschädigte Sockelabdichtung (wie unten beschrieben) Ihre Aufmerksamkeit erfordern.

2.1 Wassereinwirkungsklassen nach DIN 18533

Das erste Kriterium zur Feststellung der richtigen Abdichtungsmaßnahme nach DIN 18533 ist die Bestimmung der Wassereinwirkungsklasse. Die Unterscheidung erfolgt in vier Kategorien.

2.1.1 W1-E – Bodenfeuchte und nichtdrückendes Wasser

Diese Wassereinwirkungsklasse liegt vor, wenn der Boden wasserdurchlässig ist, beispielsweise bei kiesigen Bodenverhältnissen. Hier besteht also kein hydrostatischer Druck auf die erdberührten Bauteile. Hinzukommt eine Detailunterscheidung zwischen Bodenfeuchte an der Bodenplatte und Bodenfeuchte und nicht drückendes Wasser bei erdberührten Wänden und Bodenplatten (W1.1-E) sowie nicht drückendes Wasser bei erdberührten Wänden und Bodenplatten (W1.2-E). Bei W1.2-E geht es also nicht nur um Bodenfeuchte, sondern um nicht stauendes Sickerwasser. Dies ist beispielsweise auch dann der Fall, wenn ein weniger durchlässiger Boden mit Drainagen ausgestattet ist.

2.1.2 W2-E – Drückendes Wasser

Die Ursachen für (von außen) drückendes Wasser liegen in der Regel bei Hoch- und Hangwasser, angestautem Sickerwasser oder einem erhöhten Grundwasserspiegel. Daher kann drückendes Wasser vergleichsweise kurzfristig entstehen und zu unerwarteten Problemen führen. Hinsichtlich der Einwirkungsklassen unterscheidet die Norm DIN 18533 eine mäßige Einwirkung durch aufgestautes Sickerwasser, wenn die Einbindetiefe maximal drei Meter beträgt (W2.1-E) einerseits, und eine mäßige Einwirkung durch Grundwasser bis drei Meter bei einer höheren Einbindetiefe als drei Meter ins Erdreich (W2.2-E) andererseits.

2.1.3 W3-E – Nicht drückendes Wasser bei erdberührten Decken

Die Einwirkungsklasse W3-E liegt etwa dann vor, wenn Niederschlagswasser in den Boden eindringt und dabei auf geneigte oder waagrecht abgedichtete Flächen trifft. Um zu verhindern, dass sich auf einer erdüberschütteten Decke Stauwasser bildet und damit ein hydrostatischer Druck entsteht, können neben einer geeigneten Neigung auch Drainagen zum Einsatz kommen.

2.1.4 W4-E – Spritzwasser im Wandsockelbereich / Kapillarwasser bei erdberührten Wänden

Für Kapillarwasser sowie Sickerwasser innerhalb von erdberührten Wänden und für Spritzwasser, Oberflächenwasser und Bodenfeuchte im Sockelbereich wurde eine eigene Wassereinwirkungsklasse definiert. Im Hinblick auf Planung und Ausführung wird zusätzlich anhand der Verschalung des Mauerwerks differenziert (einschalig beziehungsweise zweischalig).

2.2 Rissklassen nach DIN 18533

Weitere Klassifizierungen nach DIN 18533 Abdichtung von erdberührten Bauteilen betrifft die Rissbildung, zum einen in den Risseinwirkungsklassen, zum anderen in den Rissüberbrückungsklassen. Diese Unterscheidungen sind insbesondere relevant für flüssig zu verarbeitende Stoffe.

2.2.1 Risseinwirkungsklassen

Im Hinblick auf Risswahrscheinlichkeit und Eigenschaften des zu bearbeitenden Untergrunds wird dieser in vier Risseinwirkungsklassen unterschieden:
  • R1-E (gering) – bis zu 0,2 mm Rissbreitenänderung
  • R2-E (mäßig) – bis zu 0,5 mm Rissbreitenänderung
  • R3-E (hoch) – bis zu 1,0 mm Rissbreitenänderung / Rissversatz bis 0,5 mm
  • R4-E (sehr hoch) – bis zu 5,0 mm Rissbreitenänderung / Rissversatz bis 2,0 mm.

2.2.2 Rissüberbrückungsklassen

Neben den Risseinwirkungsklassen sind auch Rissüberbrückungsklassen im Zusammenhang mit der jeweiligen Abdichtungsbauart definiert. Verschiedene Bauarten dichten unterschiedlich gut ab und werden ebenfalls in vier Klassen aufgeschlüsselt:
  • RÜ1-E (gering) – bis zu ≤ 0,2 mm Rissüberbrückung
  • RÜ2-E (mäßig) – bis zu 0,5 mm Rissüberbrückung
  • RÜ3-E (hoch) – bis zu ≤ 1,0 mm Rissüberbrückung, bei einem maximalen Rissversatz von 0,5 mm.
  • RÜ4-E (sehr hoch) – bis zu 5,0 mm Rissüberbrückung, bei einem maximalen Rissversatz von 2,0 mm.

2.3 Raumnutzungsklassen nach DIN 18533

Junger Handwerker trägt mit Handrolle weiße Wandfarbe auf eine Kellerwand auf
Je nach angedachtem Nutzungszweck ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Raumluft im Keller. Diese sind in den Raumnutzungsklassen nach DIN 18533 „Abdichtung von erdberührten Bauteilen“ festgelegt. (Bild: © schulzfoto / stock.adobe.com)
Da Räume sehr unterschiedlich genutzt werden können, verändern sich mit dem vorgesehenen Nutzungszweck auch die Anforderungen an die Raumluft. Nach DIN 18533 Abdichtung von erdberührten Bauteilen wird dabei zwischen drei Raumnutzungsklassen unterschieden:

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2.3.1 RN1-E – geringe Anforderungen

Diese Raumnutzungsklasse gibt vergleichsweise niedrige Anforderungen an die Trockenheit beziehungsweise die Luftfeuchtigkeit im Raum vor. Diese treffen typischerweise auf Garagen und Lagerräume sowie Werkhallen zu.

2.3.2 RN2-E – übliche Anforderungen

Mit den Anforderungen an die Trockenheit der Raumluft steigen auch diejenigen an die Zuverlässigkeit der Bauwerksabdichtung. Die Raumnutzungsklasse RN2-E gilt beispielsweise für Lagerräume für wertvollere Güter, jedoch auch für Wohn- und Aufenthaltsräume.

2.3.3 RN3-E (hoch) – Hohe Anforderungen

Vergleichsweise hoch sind die Anforderungen für Lagerräume, die für Kulturgüter und einzigartige Kunstwerke bestimmt sind, oder für zentral betriebene Rechenzentren und Serverräume.

2.4 Weitere Faktoren einbeziehen

All die unterschiedlichen Klassen zur Wassereinwirkung, Rissbildung und Raumnutzung müssen bei der Planung und Auswahl der Abdichtungsstoffe einbezogen werden. Diese Abwägung muss ebenfalls Folgendes berücksichtigen:
  • wie das abzudichtende Bau- beziehungsweise Mauerwerk beschaffen ist,
  • wie entsprechende Abschnitte am Bauwerk zugänglich sind,
  • wie die Wasserführung im Untergrund verläuft,
  • wie die Gefälle und andere Maßnahmen zur Entwässerung integriert sind,
  • wie stark die Temperaturschwankungen ausfallen können und
  • wie die Gesamtkonstruktion des Bauwerks als solches ist.

2.5 Schritt für Schritt: Abdichtung erdberührter Teile nach DIN 18533

All diese Hinweise sind bereits während der Planung und noch vor der Ausführung zu berücksichtigen – also noch vor dem ersten von vier Schritten:
  1. Prüfen des Untergrunds und der weiteren Faktoren, um zu ermitteln, welche Vorgehensweisen und Abdichtungsbauarten sich zur Abdichtung gemäß der DIN 18533 eignen.
  2. Vorbehandeln des Untergrunds je nach eingesetztem Abdichtungsstoff und Materialart (Mauerwerk, Beton, Putz…).
  3. Aufbringen des gewählten Stoffes mit besonderem Augenmerk auf Anschlüsse und Abschlüsse sowie Fugen.
  4. Durchführen zusätzlicher Schutzmaßnahmen beziehungsweise Aufbringen von Schutzschichten.
Laut DIN 18533 müssen abzudichtende Flächen fest und eben sowie frei von Frost, Nestern, Rissen und Verunreinigungen sein. Zudem darf der Feuchtegehalt den zulässigen Wert nicht übersteigen.

2.5.1 DIN 18533-2: Anforderungen an bahnenförmige Abdichtungsstoffe

Neben einigen neuen Typen von bahnenförmigen Abdichtungsstoffen hat Teil 2 der Norm DIN 18533 diejenigen Stoffe aus der vorangegangenen DIN 18195 übernommen. Dazu gehören:
  • Bitumenbahnen
  • Polymerbitumenbahnen
  • Kunststoffbahnen
  • Elastomerbahnen.
Für eine Umsetzung nach den Regeln der Technik müssen die eingesetzten Stoffe die jeweiligen Anforderungen erfüllen und zu den Wassereinwirkungs-, Riss- und Raumnutzungsklassen passen.

2.5.2 DIN 18533-3: Anforderungen an flüssig zu verarbeitende Abdichtungsstoffe

Eine Reihe von flüssig zu verarbeitenden Stoffen, die sich zur Abdichtung nach DIN 18533 eignen, wird in Teil 3 der Norm aufgeführt:
  • kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen (PMBC)
  • mineralische Dichtungsschlämmen (MDS)
  • Flüssigkunststoffe (FLK)
  • Gussasphalt
  • Asphaltmastix.

Insbesondere bei flüssig zu verarbeitenden Stoffen ist zusätzlich die Mindesttrockenschicht zu berücksichtigen: Da die Stoffe natürlich trocknen, verlieren sie proportional an Volumen. Wird die Mindesttrockenschicht eingehalten, ist auch der gewünschte Abdichtungseffekt gewährleistet. In der Regel wird diese vom Hersteller festgelegt und mit der zugehörigen Nassschichtdicke sowie der zu verwendenden Menge aufgeführt.

Bei der Mindestschichtdicke gilt die Faustregel, mindestens 25 % zusätzliche Schichtdicke aufzutragen. Dies ist jedoch im Hinblick auf die vorliegenden Klassifizierungen abzuwägen, beispielsweise im Hinblick auf die Wassereinwirkungsklassen.

3. Feuchter Keller: Die richtige Abdichtung

Da die Unterkellerung eines Bauwerks von Vornherein von allen Seiten erdberührt ist, sollte bereits bei der Neuerrichtung des Bauwerks mit größter Sorgfalt gearbeitet werden. Denn ein feuchter Keller kann zu erheblichen Kosten führen – insbesondere dann, wenn konkrete Maßnahmen zur nachträglichen Bauwerksabdichtung notwendig werden und über eine Entwässerung der Raumluft hinausgehen.

3.1 DIN 18533 als anerkannte Regel der Technik zur Kellerabdichtung

Junger Mann betrachtet entsetzt die großflächige Schimmelbild an einer feuchten Außenwand
Wird eine beschädigte Abdichtung, die etwa den Vorgaben der DIN 18533 nicht genügt, über längere Zeit nicht entdeckt, bildet sich aus der Feuchtigkeit schnell ein starker Schimmelbefall. (Bild: © Andrey Popov / stock.adobe.com)

Eine normkonforme Umsetzung der DIN 18533 Abdichtung von erdberührten Bauteilen bietet eine gewisse Sicherheit, sofern die anerkannten Regeln der Technik Anwendung finden. So veranlasste 2019 das Deutsche Institut für Normung e.V. aufgrund eines streitgegenständlichen Verfahrens selbst eine gesonderte Prüfung der Normungsarbeit, auf die die Neuauflage der Norm DIN 18533 aus dem Jahr 2017 zurückgeht. Die Ergebnisse der Prüfung ergaben, dass weder die Normungsarbeit noch die in der DIN 18533 festgelegten Inhalte und Vorgaben infrage zu stellen sind: Die Regelungs- und Anwendungspraxis der dargestellten Bauweise stellen eine anerkannte Regel der Technik dar.

3.2 Problemfall feuchter Keller: Die drei häufigsten Ursachen

Ein feuchter Keller geht in den meisten Fällen auf drei Ursachen zurück.

3.2.1 1. Kondensation führt zu feuchter Kellerwand

Durch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Kellerraum entsteht Kondenswasser an den Wänden, weil diese meist kühler sind als die Raumluft selbst. Trifft die Raumluft auf die Wände, kühlt die Luft ab, kann dadurch wiederum weniger Feuchtigkeit tragen und gibt Wasser an die Wand ab, wo es sich sammelt. Dort bleibt es jedoch nicht nur auf der Oberfläche, sondern dringt auch in tiefere Schichten bis ins Mauerwerk ein. Dies gefährdet zum einen das Mauerwerk in seiner Bausubstanz und zum anderen die Gesundheit, da ein feuchter Keller zur Schimmelbildung neigt.

3.2.2 2. Feuchter Keller wegen Wasserrohrbruch

Laut einer statistischen Erhebung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) passiert alle 30 Sekunden ein Leitungswasserschaden in Deutschland. Abhängig davon, wie schnell dieser entdeckt wird, variieren die Folgeschäden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein feuchter Keller auf einen Wasserrohrbruch zurückgeht, steigt mit dem Alter der Wasserinstallationen. Dementsprechend niedrig ist sie bei Neubauten und sanierten Gebäuden – sofern die Regeln der Technik der entsprechenden DIN-Vorgaben eingehalten und sorgfältig umgesetzt wurden.

3.2.3 3. Feuchtigkeit macht das Mauerwerk marode

Je nach Alter eines Bauwerks kann auch Feuchtigkeit über das Mauerwerk selbst eindringen. Das ist in der Regel darauf zurückzuführen, dass die Kellerabdichtung entweder beschädigt ist oder – bei einem entsprechenden Altbau – keine DIN-gemäße Abdichtung durchgeführt wurde. Insofern kann Wasser aus verschiedenen Richtungen auf das Mauerwerk einwirken:
Während feuchte Kellerwände mehr Wärme leiten – also mehr Wärme ins Erdreich nach außen abgeben – sinken die Dämmfähigkeit der Wände wie auch die Raumlufttemperatur. Auch in diesem Fall kann die Raumluft weniger Flüssigkeit halten, was wiederum die Kondenswasserbildung verstärkt und die Feuchtigkeit im Keller weiter erhöht.

3.3 Feuchtigkeit im Keller durch nachträgliche Bauwerksabdichtung beseitigen

Zwar gilt die Norm DIN 18533 Abdichtung von erdberührten Bauteilen vorrangig für Neubauten. Allerdings findet sie auch bei der nachträglichen Bauwerksabdichtung Anwendung, gegebenenfalls ergänzt durch weitere Normen und Merkblätter (siehe oben). Die richtigen Maßnahmen gegen einen feuchten Keller hängen jedoch maßgeblich von der Ursache ab.


Da ein feuchter Keller langfristig auch das Mauerwerk und die Bausubstanz als Ganzes massiv angreift, ist es wichtig, schnellstmöglich aktiv zu werden. Eine nachträgliche Bauwerksabdichtung ist gerade im Kellerbereich teilweise sehr kostenintensiv – je länger man wartet, desto schneller steigen die entstehenden Kosten an.

4. Sockelabdichtung nach DIN 18533

Neben der Unterkellerung ist auch die Sockelabdichtung ein besonders wichtiger Punkt in der Bauwerksabdichtung, nicht zuletzt wegen der Sicherung der Gebäudestatik. Denn im Vergleich zur übrigen Fassadenfläche ist der Sockelbereich einer deutlich höheren Beanspruchung ausgesetzt.

4.1 Allgemeine Maßnahmen zur richtigen Sockelabdichtung

Vor allen Dingen witterungsbedingte Einflüsse kommen hier vermehrt zum Tragen, wie etwa durch

  • Spritzwasser
  • Sickerwasser
  • Kapillarwasser

Insbesondere im Hinblick auf Spritzwasser, beispielsweise durch vom Boden abprallenden Niederschlag, ist darauf zu achten, dass eine Abdichtungsschicht nach DIN 18533 bis mindestens 30 cm über die Geländeoberfläche nach oben gezogen wird. Zudem sollte in diesem Bereich des Mauerwerks ein wasserabweisender Mörtel verwendet werden.

Bei schwierigeren Witterungsbedingungen fällt die Belastung höher aus. Erfahrungsgemäß erfordert die Sockelabdichtung eine regelmäßige Überprüfung. Nur so können Schäden an der Sockelabdichtung frühzeitig identifiziert und entstehende Kosten gering gehalten werden.

4.2 Insbesondere bei Übergängen sind Fehler bei der Sockelabdichtung problematisch

Es gibt zwei Punkte, an denen besonders große Sorgfalt bei der Ausführung wichtig ist, da hier Mängel an der Abdichtung große Probleme verursachen können. Hier lohnt es sich dementsprechend auch, bei den Sichtprüfungen etwas genauer hinzusehen:

  • Übergang zwischen Sockelabdichtung und Abdichtung erdberührter Bauteile: Die Abdichtungen sollten sich überlappen. Dieser Bereich sollte mindestens 10 cm breit sein, die jeweiligen Schichtstärken in beiden Schichten beibehalten und die erdberührte Abdichtungsschicht zuerst erstellt werden.
  • Übergänge und Eingänge am Gebäude: Wo der Mensch das Gebäude betritt oder verlässt, herrschen höhere Anforderungen an die Sockelabdichtung – in Abhängigkeit jeweils von der Lage und der optischen und baulichen Gestaltung dieses Bereichs – durch beispielsweise mechanische Belastungen, oder auch Oberflächen-, Hand- und Sickerwasser.

Auch hier zeigt sich, dass eine präzise Planung und die sorgfältige Ausführung – gerade anhand der Norm DIN 18533 Abdichtung von erdberührten Bauteilen – eine wichtige Grundlage für einen langfristigen Schutz der Gebäude darstellen.

5. Die Planungsphase ist entscheidend

Bei erdberührten Bauteilen ist es essenziell wichtig, dass die Abdichtung von vornherein so präzise wie möglich durchgeführt wird. Hier empfiehlt es sich häufig, ein professionelles Unternehmen zu beauftragen, da diese alle relevanten Aspekte kennen und in der Planungsphase einbeziehen. Wenn Sie auf der Suche nach einer Empfehlung vor Ort sind, können Sie sich hier direkt in unserem Verzeichnis spezialisierter Dienstleister umsehen:
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